„Leviten lesen leicht gemacht“

Ein Bericht über das Stubi-Team im November 2018 von Mario Kunze und Dr. Jonathan Bank

Einem heiligen Gott auf der Spur

13 Studenten hatten sich auf den Weg nach Korntal zum Studenten-Bibelwochenende vom 23. bis 25. November gemacht: Im Visier das 3. Buch Mose, Levitikus, das wohl schon so manchen Bibelleser mit vielen Fragen zurückgelassen hat. Was haben zahlreiche, archaische Reinheitsgebote und Gesetze – für uns heute staubtrocken zu lesen – mit meinem Leben als Christ zu tun?

Levitikus – ein Buch zum Steckenbleiben

Beim Einstieg in das Levitikus-Thema wurde in der Vorstellungsrunde schnell klar, wie schwierig das Buch ist. Ein Student meinte: „Als ich die Bibel durchlesen wollte, bin ich bei den Büchern Exodus und Levitikus zum ersten Mal stecken geblieben.“ Ein anderer bestätigte: „Ich habe Levitikus zwar gelesen, aber nur oberflächlich, weil sich das ja alles wiederholt.“ Auch Studenten, die schon „etwas tiefer gegraben“ hatten, stellten fest, dass sie lediglich Inhalte aus dem Buch Exodus dem Buch Levitikus zuordnen konnten. Nun bot das Stubi-Team mit uns, den DCTB-Studentenreferenten Jonathan Bank und Mario Kunze an, sich dieser alttestamentlichen Herausforderung zu stellen. Am Samstag ging es mit einem straffen Programm los: „Leviten lesen leicht gemacht.“ Bei vier Bibelarbeiten mit einer Gesamtdauer von rund sieben Stunden rauchten die Köpfe!

Levitikus – Überblick und Tiefgang bei Gesetz und Gebot

Zunächst vermittelte Jonathan einen Überblick über die Themen und den Aufbau des Buches Levitikus. Der Fokus lag dabei darauf, wie man sich Gott im Alten Bund nahen konnte und wie man unter einem heiligen Gott leben sollte. Dabei zeigte er insbesondere den Unterschied zwischen dem Weg zu Gott im Alten und im Neuen Bund auf. Mario stellte dann die Frage, welche Teile des mosaischen Gesetzes für Christen heute noch gelten. Anhand der Unterscheidung von Moral-, Zeremonial- und Justizgesetz wurde zunächst das Kapitel Levitikus 19 untersucht. Hier stellten die Teilnehmer fest, dass sie von den 38 untersuchten Geboten 28 für den heutigen Christen als relevant bezeichnen würden. Ein Student fing an zu staunen: „Es hat mich überrascht, wie viele der Gebote für das heutige Christsein wichtig sind.“

Von Levitikus den Bogen zu Christus gespannt

In einer Folgeeinheit beleuchtete die Gruppe anschließend das Gesetz Christi „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ sowie die Tatsache, dass Christus das mosaische Gesetz erfüllt hat. Levitikus gilt eben nicht für Christen. Aber ausgehend von dem Liebesgebot und den neutestamentlichen Parallelen und Bezügen auf Levitikus wurde deutlich, in welchen Fällen der Anwendungsbereich für den Christen dennoch eröffnet wird.

Inmitten von Weinreben die rauchenden Köpfe lüften

Am Nachmittag fand dann eine Exkursion in das Weingut Baumgärtner in Sachsenheim statt. Der Besitzer, selbst Christ, führte die Gruppe in die Kunst des Weinreben-Beschneidens ein: „80 bis 90 Prozent der Reben müssen abgeschnitten werden.“ Am Ende bleibt nur noch eine unscheinbare Rebe, welche aus dem Stumpf des Weinstocks herausragt, die im nächsten Jahr die Früchte tragen wird. Dies war ein gutes Bild für Gottes Reinigung am Menschen: Jesus Christus ist der Weinstock, wir sind die Reben.

Anspruchsvolle Bibelthemen – ja, auch in Zukunft bitte!

Der Exkursion folgten weitere Bibelarbeiten zu den Themen „Segen und Fluch aus Kapitel 28“ zum Wesen Gottes als der Heilige, welches im Buch Levitikus offenbart wird. Die Teilnehmer waren trotz und gerade wegen des intensiven Inputs sehr positiv gestimmt. Als Themen für das nächste Jahr wurden etwa die Bücher Hiob und Hesekiel gewünscht. Hier zeigt sich, dass wir aktuell bei jungen Leuten mit starker biblischer Kost punkten können und in diesem Bereich ein Bedarf besteht. Was kann man sich Besseres wünschen!

Wir werden die Studenten auch im Jahr 2019 wieder herausfordern!

Zusammenfassung

Gemeinsames und professionell angeleitetes Bibelstudium macht Lust auf mehr
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