Alte Botschaft behält Kraft und Wirkung auch im digitalen Zeitalter

Am langen Pfingstwochenende vom 18.-21. Mai 2018 kamen wieder alte und junge Menschen zur jährlichen Hauptkonferenz des DCTB zu einem fröhlichen Miteinander zusammen. Dieses Jahr konnten 292 Teilnehmer im Schönblick geistlich und körperlich auftanken. Das Thema in diesem Jahr war „Christliche Existenz im digitalen Zeitalter“. In den Hauptveranstaltungen wurde Gott mit Liedern gelobt, der Glaube durch Bibelarbeiten, Predigten und Vorträge gestärkt und in den Pausen oder Gesprächsrunden Beziehungen verstärkt oder neu geknüpft.

Den Auftakt machten am Freitagabend die hauptamtlichen Mitarbeiter des DCTB. Oliver Karle, Mario Kunze und Jonathan Bank stellten mit Hilfe eines Improvisations-Theaters Szenen und Gespräche am Infostand in Hochschulen oder auf Messen nach. Dabei durfte das Publikum Eigenschaften und Verhalten des Gastes am Infostand bestimmen, sodass von den Schauspielern Spontanität und Kreativität gefordert waren. Jedoch spiegelt diese Darstellungsform die Realität der Studenten- und Messearbeit gut wieder, da wir nie wissen, mit welchen Leuten wir es zu tun haben, und so ein offenes Ohr für unser Gegenüber haben müssen. Im Theater konnten jedoch Konversationen und Kontrahenten etwas überspitzt dargestellt werden, was in Realität doch etwas anders aussieht. Im zweiten Teil wurden die Zuschauer mit in die tägliche Morgenandacht der Mitarbeiter hineingenommen, beginnend mit einem kurzen Biblischen Input und einem anschließenden Bericht aus den verschiedenen Arbeitsbereichen, verbunden mit aktuellen Ereignissen. Alexander Hellmich wurde „per Telefon“ und Video hinzugeschaltet, da er parallel für das Kinderprogamm der Konferenz verantwortlich war. Insgesamt war es ein gelungener und amüsanter Auftakt, nachdem viele Teilnehmer eine lange Anreise hinter sich hatten.

Am Samstagmorgen hielt Prof. Dr. Eckstein eine kurzweilige Bibelarbeit über Kapitel 1 des Galaterbriefes. Es ging um die Frage, warum das Evangelium von Jesus Christus einzigartig ist. Paulus, dem Autor des Galaterbriefes, war es eine Herzensangelegenheit, dass kein anderes Evangelium verkündigt wird als jenes, welches er selbst von Jesus Christus empfangen hatte. Paulus musste in seinen Briefen immer wieder seine Glaubwürdigkeit und Botschaft durch gute Argumente stützen, da er keiner der zwölf Jünger war, die lange Zeit mit Jesus gelebt und die Lehre Jesu unmittelbar gehört hatten. So wird im Galaterbrief deutlich, dass Jesus die Quelle der Offenbarung über die Person Gottes ist, diese Botschaft durch die Apostel und Augenzeugen in den Evangelien festgehalten wurde, wir diese Berichte so heute in der Bibel finden und somit jeder auch heute noch in der Verkündigung des Wortes Gottes die Kraft des Evangeliums erfahren kann. So ist der Galaterbrief für uns Christen heute ein wichtiger Brief, da wir Jesus nicht persönlich gesehen haben, aber trotzdem den Auftrag haben, das reine Evangelium zu verkündigen. Durch den Heiligen Geist haben wir Zugang zum Wort Gottes, welches der Quelle Jesus Christus entspringt. Wir müssen jedoch sicherstellen, dass unser Wasser auf dem Weg von der Quelle bis zur Verkündigung nicht durch Sonderlehren verunreinigt wird und dadurch unsere Verkündigung Menschenwerk wird und nicht mehr göttliche Offenbarung ist. Wir müssen das Evangelium nicht immer wieder neu erfinden, sondern so verkündigen, wie es die Autoren des Neuen Testamentes von Jesus Christus empfangen haben. Wenn Jesus Christus die Mitte unseres Lebens ist und durch uns redet, dann ist das, was wir sagen, wirksames Reden Gottes.

Wie wichtig dazu der Geist Gottes ist, wurde nochmal in der Predigt von Prof. Eckstein am Pfingstsonntag verdeutlicht. Jesus erfüllte seine Zusage und sandte den ersten Christen seinen Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist nicht irgendeine unsichtbare Kraft, sondern eine Person des lebendigen, dreieinigen Gottes. Somit kam an Pfingsten Jesus Christus in Gestalt des Heiligen Geistes wieder auf die Erde, um in den Gläubigen zu wohnen. Somit können wir als Christen bewusst sagen, dass Gott in uns und mit uns ist, wenn wir in den Alltag gehen und die Frohe Botschaft in uns tragen. Die Predigt kann unter folgenden Link angehört werden:

In der Abschlussbibelarbeit am Pfingstmontag wurde noch einmal deutlich, warum es manchmal nicht einfach ist, als Christ zu leben. Wenn wir vergessen oder uns nicht bewusst ist, dass wir im Geist Christi wandeln, dann fallen wir schnell wieder zurück in unser altes Leben. Dann hilft es aber nicht, unser altes Leben mit aller Kraft zu bekämpfen, sondern müssen uns wieder neu bewusst werden, was es bedeutet, dass Jesus Christus in uns lebt. Prof. Eckstein warnte uns eindringlich mit den Worten von Paulus, dass wir Dinge, die wir im Geist begonnen haben, nicht auf menschliche Weise versuchen zu beenden.

In den Abendvorträgen von Prof. Dr. Keim von der Universität Konstanz wurden alle Anwesenden durch visuelle Unterstützung und Videos in die digitale Welt mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Big Data hineingenommen. Für viele war dies noch Neuland. Es wurde deutlich, dass im Bereich KI schon vieles möglich ist, aber in vielen Bereichen die Technik noch deutliche Grenzen hat. Jedoch können heute Roboter und Computer viele Arbeitsschritte in der Industrie durch KI automatisieren. Es ist aber auch klar, dass Computer nur das machen, was die Entwickler ihnen sagen. Die Entwicklungen und Leistungen der Computer haben in den vergangenen Jahren eine unheimliche Geschwindigkeit erreicht, die für einen Normalbürger nicht mehr nachvollziehbar ist. Die Digitale Revolution oder auch Industrie 4.0 ist ein enormer Entwicklungsschritt, vergleichbar mit der Dampfmaschine zu Beginn der Industriellen Revolution oder dem Fließband. Wie vorhergegangene Entwicklungssprünge wird auch die Digitale Revolution Arbeitsplätze kosten. Jedoch darf man nicht die vielfältige Nutzen vergessen, die unseren Alltag erleichtern.

Beim Thema „Big Data“ denken viele an den aktuellen „Facebook-Skandal“ und viele Nutzer merken eigentlich nur noch, dass sie den Überblick verloren haben, welche ihrer Daten in den Weiten des Internets ihre Spuren hinterlassen haben und wo sie eventuell gespeichert sind. Durch den Vortrag wurden die Dimensionen nicht viel klarer, da die Zahlen die Vorstellungskraft der meisten Zuhörer sprengten. Laut Prof. Keim ist von den technischen Möglichkeiten her eine weltweite digitale Überwachung bereits möglich, wird jedoch noch nicht umgesetzt. Durch unser Internetznutzungsverhalten, digitale Zahlungen oder Ähnliches können große Internetfirmen inzwischen präzise Persönlichkeitsprofile von uns erstellen. Das klingt erstmal beängstigend, auch für Christen. Doch am Ende des Vortrags wurde klar, dass wir keine Angst zu haben brauchen. Wir wissen ja bereits, was Jesus über die letzten Tage vorhergesagt hat (Matthäus 24+25) und dass gerade in ungewissen Zeiten unser Blick auf Jesus und seine Verheißungen gerichtet sein sollte. Wir sollten unseren Fokus neu auf Jesus und sein Reich richten und uns mit ihm und seiner Frohen Botschaft beschäftigen, statt zu versuchen dieser digitalen Welt zu entkommen.

Am Sonntagnachmittag wurde in Gesprächsrunden diskutiert, wie wir verschiedene Bereiche unseres Lebens mit den Digitalen Medien bereichern können, aber auch bewusst Grenzen setzen müssen. Dies betrifft besonders auch den Bereich der Kindererziehung. Jedoch gibt es auch „Digitale Schätze", die das Leben von Christen bereichern können und uns helfen, die Bibel besser zu verstehen oder zu studieren. Auch wurde in einer weiteren Gesprächsrunde ausgetauscht, wie wir in einer digitalen Welt weiterhin durch persönliche Kontakte in unserem Umfeld das Evangelium weitergeben können und offen über unseren Glauben an Jesus Christus reden können.

Die Zeit auf der Hauptkonferenz ging viel zu schnell vorbei, doch jeder ist mit neuem Mut und neuen Erkenntnissen zurück in den Alltag gegangen. Jetzt liegt es an uns, das Gehörte durch Glauben auch in die Praxis umzusetzen.

Zusammenfassung

Die jährliche DCTB-Hauptkonferenz stand im Zeichen der Digitalen Welt. Prof. Hans-Joachim Eckstein entfaltete das Evangelium in den Bibelarbeiten zum Galaterbrief für unsere heutige Zeit. Prof. Dr. Daniel Kein, Experte für digitale Datensätze, offenbarte die Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz und digitaler Überwachung mittels Big Data Analyse. Die Teilnehmer konnten in den Vorträgen, Gesprächsrunden und im Kontakt mit anderen Christen Zukunftsängste abbauen und schauen nun frohen Mutes und Fokus auf Jesus Christus auf das was kommen wird.
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