Dem Frieden Gottes - Schalom - auf der Spur

Jens Höner, 1. Vorsitzender des DCTB

Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach! Psalm 34,15

Der Friede ist nicht selbstverständlich

Der Friede scheint auf der Flucht zu sein. Friede ist gemäß dem Psalmwort nicht einfach so da. Also keine Selbstverständlichkeit, wie wir seit über 70 Jahren mit politischem Frieden verwöhnten Deutschen fälschlicherweise annehmen. Es bedurfte großer Anstrengungen seitens der politisch Verantwortlichen, diesen Zustand in Europa zu schaffen. Und doch müssen wir feststellen, dass dieser Friede fragil ist.

Der Friede muss aufgespürt werden

Politisch gesehen entstand der Psalm unter gefährlichen Umständen. David musste vor Saul fliehen und griff in seiner Not zu einer List, indem er sich wahnsinnig stellte (1.Samuel 21). Er bekam den Frieden nicht auf dem silbernen Tablett serviert, er musste sich notvoll bemühen. Bei diesem Frieden geht es um den alttestamentlichen Schalom. So rät David dazu, dem Schalom nachzujagen. Also das Böse lassen, um den Frieden uneingeschränkt und mit ganzer Kraft und Konzentration zu „fangen“. Hier geht es um eine intensive und leidenschaftliche Bewegung, unsere Bemühungen sollen sich auf das wichtige Ziel fokussieren, den Schalom.

Gott sorgt für Frieden, seinen Schalom

Dabei ist der Schalom Gottes ein Friede, der die Menschen im tiefsten Sinne heil macht. Es ist ein Friede, den Gott selbst schafft. Schalom ist mit und durch Gott möglich. Daher gilt hier Zuspruch und Anspruch. Gott wirkt Schalom, er fordert aber auch dazu auf, ihn zu suchen, sich nicht abhalten zu lassen, ihm nachzujagen.

Wer Schalom sucht, ehrt Gott

Darüber hinaus ist der Vers in eine Reihe von Ratschlägen eingebettet, die er jungen Leuten gibt für ein gutes, gottesfürchtiges Leben. Das heißt Gott ernst nehmen und ihn durch Denken, Reden und Handeln ehren wollen. David lässt die Psalmbeter teilhaben an seiner Erfahrung mit dem lebendigen Gott. Und er empfiehlt: Macht es wie ich!

Schalom finden wir in Christus

In Jesaja 9,5 wird Jesus als Fürst des Friedens angekündigt. Friede ist nach dieser Aussage also in einer Person begründet. Der Apostel Paulus greift das Thema auf, als er an die Gemeinde in Rom schreibt: „Da wir gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus“ (Römer 5,1). Wir können festhalten, dass der durch Jesus erreichte Friede mit Gott den Rücken frei hält für den Frieden untereinander. Denn Friede ist kein Zufallsprodukt. In unseren Beziehungen, bei der Arbeit, wo auch immer: Menschen sollen spüren, dass wir nach dem Frieden streben und unbedingt in Frieden mit ihnen leben möchten.

Schalom – eine Herausforderung in Not

Aus unserer Lebenssituation heraus ist das nicht wirklich schwierig. Aber wie sieht es mit unseren Glaubensgeschwistern aus, die wegen ihres Glaubens an Jesus verfolgt, bedroht, gefangengenommen, getötet werden? In dieser Situation ist die Jagd nach Frieden nicht so schnell von Erfolg gekrönt. Das wird aus den Berichten dieser Geschwister immer wieder deutlich. Aber er ist möglich, weil sie sich auf Jesu Zusage verlassen, dass er einen Frieden durch den Heiligen Geist schenkt, der nicht genommen werden kann. Unter keinen Umständen (Johannes 14,27).

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein gesegnetes neues Jahr.

Mit einem herzlichen SCHALOM grüßt

Jens Höner

Zusammenfassung

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