by Mario Kunze
„Tick, tick, tick! Hörst du das? Das ist das Geräusch deiner Lebenszeit, die entschwindet.“ In der 5.Staffel der amerikanischen Serie Dexter verwendet der Serienmörder Jordan Chase eine Uhr, um seine Opfer zu foltern. Jedoch handelt es sich hier um eine wahre Aussage: Jede Sekunde, die verrinnt, verkürzt unser endliches Leben.
Todsicher! Der Mensch wird geboren, um zu sterben. Dieses Wissen hat jeder Mensch, jedoch verfallen wir immer wieder der Illusion, unsterblich zu sein. Statistisch gesehen erreichen Männer in Deutschland derzeit durchschnittlich 78,2 Jahre, Frauen etwa 83. Auch wenn die Lebenserwartung immer noch leicht steigt, macht die Liste der ältesten Menschen der Welt der letzten 100 Jahre deutlich: mit spätestens 120 Jahren ist Schluss.
Eine ewige Existenz!? Wir leben in der Zeit und gleichzeitig ist diese begrenzt. Die Vergänglichkeit menschlichen Lebens relativiert viele Lebensziele. Eigentlich bleibt nur der Genuss des Moments, des Hier und Jetzt, denn schon im nächsten könnten wir tot sein. Doch intuitiv haben viele Menschen eine andere Sicht: Sie gehen von einer ewigen Existenz ihres Wesenskerns aus. Dies wird von manchen als psychologischer Schutz-Mechanismus verstanden, um der harten Realität der Endlichkeit zu entkommen. Die Bibel spricht jedoch davon, dass Gott diese Ahnung im Menschen verankert hat: „Auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt“ sagt König Salomo über Gott, der das Wesen des Menschen formt (vgl. Prediger 3,11).
Der Wert der Zeit: Die Vorstellung einer ewigen Existenz ist jedoch nicht nur angenehm. Da unser Sein untrennbar mit der Zeit verknüpft ist, sieht der Philosoph Martin Heidegger in der bewussten Auseinandersetzung mit dem Tod den Schlüssel zu einem echten, selbstbestimmten Leben. Das „Vorlaufen zum Tod“ wird zur Grundlage für eine intensive, authentische Existenz – das „eigentliche Leben“. Im Gegensatz dazu wird die Ewigkeit oft als Leere, als Verlust von Emotionen und Freude dargestellt – eine endlose Monotonie, die aus der bloßen Verlängerung unseres jetzigen Daseins resultiert.
Gott ist ewig! Im christlichen Glauben ist der Begriff der Ewigkeit eng mit der Existenz Gottes verwoben. Er ist der Ewige (Jesaja 40,28). Gott hat den Menschen in seinem Bilde erschaffen (1 Mose 1,27). Deshalb ist auch der Mensch in seiner Existenz auf Ewigkeit angelegt. Doch nur eine Ewigkeit in Verbindung mit dem ewigen Gott entspricht der wahren Natur des Menschen. In seiner Gegenwart sind alle Bedürfnisse gestillt, alle Leiden beendet (vgl. Offenbarung 21,4). Dagegen ist eine ewige Existenz ohne Gott tatsächlich eine sehr unangenehme Vorstellung: Es ist die sprichwörtliche Hölle.
Nach dem biblischen Zeugnis entscheidet sich die Ewigkeit jedes Menschen daran, ob er an Jesus Christus glaubt, oder nicht. Nur durch den Glauben an den von Gott bestimmten Erlöser kann ein Mensch seine Ewigkeit in der Gemeinschaft Gottes verbringen. Die Frage deiner Ewigkeit entscheidet sich im Jetzt deiner Zeit. Du hast es heute in der Hand, wie dein Immer aussehen wird.