by Esra Haupt
Jeder kennt sie, jeder erlebt sie, doch kaum jemand kann sie erklären. Die Zeit bestimmt unser Leben, sie strukturiert unseren Alltag, und doch bleibt ihr wahres Wesen ein Rätsel. Wissenschaftler suchen nach Antworten – von der Philosophie über die Quantenmechanik bis zur Relativitätstheorie. Doch je tiefer man gräbt, desto klarer wird: Wir wissen überraschend wenig über das Phänomen, das unser Dasein prägt. 9.192.631.770 Schwingungen eines Caesium Atoms entspricht einer Sekunde. Mit anderen Worten: Sie kann extrem genau gemessen werden. Die Zeit ist also eine messbare Größe. Sie ist omnipräsent und trotzdem scheint sie so ominös. Denn der Kern bzw. das Wesen der Zeit bleibt ein ungelöstes Rätsel.
Die Zeit ist „gequantelt“. Aus quantenmechanischer Sicht ist die Zeit „gequantelt“. Das heißt, dass sie nicht kontinuierlich verläuft und demnach auch keine zeitlich durchgängige Welt existiert. So stellen wir fest, dass die Zeit – wie auch die Energie – (Quanten-)Sprünge macht. Doch wie lange geht ein solcher Sprung, ein einzelner „Tick“?
10 hoch -33 Sekunden. Vielleicht kommt uns hier die alte Standuhr in Großmutters Wohnzimmer in den Sinn. Wie lange dauert ihr beruhigendes Tick, Tack, Tick, Tack? Einige Physiker sprechen von 10-33 Sekunden. Da ist es schnell vorbei mit der Gemütlichkeit. Allerdings muss man beachten, dass dieser Wert theoretisch ermittelt wurde und damit weit jenseits dessen liegt, was mit Atomuhren überhaupt messbar ist.
Höhere Dimensionen sind notwendig. Diese Zeitquantelung ist ein Versuch, die Welt der Quantenphysik mit Albert Einsteins Relativitätstheorie in Einklang zu bringen. Schon viele Theorien haben sich daran versucht – von der Stringtheorie über die Schleifenquantengravitation bis hin zu Hyperraum-Theorien. Die Mehrheit der Wissenschaftler ist sich jedoch einig, dass man höhere Dimensionen einführen muss. Dimensionen, die weit über unsere vierdimensionale Raumzeit hinausgehen. So wie die Schatten auf einer Mauer die Projektion einer dreidimensionalen Wirklichkeit in zwei Dimensionen darstellen, so gibt es Phänomene in unserer Wirklichkeit, die eigentlich Abbilder höherer Dimensionen sind. Liegt vielleicht hier die Lösung? Ist Zeit vielleicht etwas viel Größeres, als wir denken? Ist sie nur eine Projektion von höheren Dimensionen in unsere Wirklichkeit – mit einem Ursprung, der weit über das hinausgeht, was wir wahrnehmen können?
Zeit ist vieldimensional. Einen vielversprechenden Ansatz lieferte der Ausnahme-Physiker Burkhard Heim. Seine Theorie umfasst gleich zwölf Dimensionen. Diese teilen sich auf in eine innere Raumzeit mit den Dimensionen 1 bis 6 und einer äußeren Raumzeit. Dabei stellte er fest, dass die Dimensionen 7 bis 12 steuernd in unsere Wirklichkeit eingreifen. Die Natur reagiert also unmittelbar auf Informationen aus höheren Räumen. Die Dimensionen 9 bis 12 beschreibt selbst der Agnostiker Heim als „GAB“ (Gott allein bekannt), da sie völlig rätselhaft und unbekannt sind. Dennoch erkannte er, dass es in diesen Räumen höchst komplexe und hochsymmetrische Strukturen gibt, die in jeden beliebigen Zeitschnitt unseres Kosmos eingreifen und etwas ändern können. Also auch in unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hinein. Spätestens hier ist es nun endgültig vorbei mit der Behaglichkeit von Omas Wohnzimmer.
Ein Hinweis auf Gott!? Das übertrifft unsere Vorstellungskraft bei Weitem und wirft ein neues Licht auf die Zeit. Denn es gibt etwas, das außerhalb von Raum und Zeit existiert. Eine höhere Wirklichkeit. Könnte es sein, dass dies geradezu auf Gott hinweist? Ist er es, der in unsere Wirklichkeit eingreift? Schließlich ist Gott es, der zeitlos und ewig ist. Er ist es, der die Zeit und das ganze Universum geschaffen hat. Er ist es auch, der Mensch geworden ist und sich in „unsere Zeit“ hinabbegeben hat.
Die moderne Wissenschaft lässt einmal mehr den Schluss zu, dass es einen Schöpfer geben muss. Auch Burkhard Heim musste anerkennen, dass seine Forschung und Theorie überraschend viele Bezüge zur Bibel aufwiesen und diese sogar bestätigten.
Auch wenn die Zeit für uns Menschen ein ungelöstes Rätsel bleibt, wird eines deutlich: Je tiefer man sich mit ihr und der gesamten Physik beschäftigt, desto klarer erscheint der Satz von Werner Heisenberg, Mitbegründer der Quantenphysik und Nobelpreisträger: „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“