Macht Gott glücklich?

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Macht Gott glücklich?

Wir haben viele Dinge im Leben, die uns glücklich machen: ein Eis an einem warmen Sommertag, ein Ausflug mit der Familie, ein guter Film oder ein spannendes Buch, sich zu verlieben, ein Sonnenuntergang am Meer, ein anspruchsvolles Projekt abzuschließen, auf das man stolz ist, einen engen Freund nach langer Zeit wiederzutreffen, Lachen, Musik und vieles mehr.

Obwohl es so viele beglückende Dinge gibt, können wir oft nicht genug davon bekommen. Selbst an einem Tag, an dem wirklich alles stimmt und sich überraschend viele Glücksmomente aneinanderreihen, scheint noch mehr möglich zu sein. Gleichzeitig gibt es häufig eine leise Ahnung, dass der nächste Tag vielleicht nicht mehr so gut sein wird wie der heutige.

Kann man Glück festhalten?

Und selbst im Glück schwingt manchmal Melancholie mit: Wenn ein ersehntes Ziel erreicht ist, fehlt plötzlich der Antrieb, der uns zuvor getragen hat. Oder wir können den Moment gar nicht richtig genießen, weil wir uns fragen, ob wir jetzt wirklich glücklich sind oder ob unsere Erwartungen nicht größer waren als das, was wir tatsächlich erleben. Unser Verlangen nach Glück scheint oft unstillbar.

Bitte mehr davon!

Wenn wir bedenken, dass unsere Generation den einfachsten Zugang zu Glücksmomenten hat – ein Klick, ein Drive-through, ein Video-Call – und zugleich eine der unglücklichsten und depressivsten ist, dann müssen wir feststellen: Es bleibt nicht nur ein Gefühl des „Bitte mehr davon!“ zurück, sondern es zeigt sich auch, dass diese Glücksmomente gar nicht dafür gemacht sind, unser tiefstes Bedürfnis nach Glück zu stillen.

Tieferes Glück

Mit diesen Gedanken möchte ich unsere Glücksmomente nicht kleinreden – sie behalten ihren Wert. Vielmehr geht es mir darum, eine tiefere Frage zu stellen: Was, wenn dieses scheinbar unstillbare Verlangen nach Glück und Zufriedenheit auf etwas Grundlegenderes hinweist? Wenn wir im Endlichen keine endgültige Erfüllung finden – deutet das nicht darauf hin, dass es ein tieferes Glück im „Unendlichen“ geben muss?

Ein bedeutender Denker der Weltgeschichte formulierte es so: „Du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“ (Augustinus, Confessiones, Buch I, Kapitel 1).

Glück braucht Gott

Ich bin überzeugt: Tiefes, bleibendes Glück braucht Gott. Wenn wir von ihm kommen – woher sonst? –, dann sind wir gewollt und geliebt. Und wenn wir gewollt und geliebt sind, dann hat unser Leben auch ein Ziel. Wie könnte dieses Ziel etwas Geringeres sein als Gott selbst, wenn seine Pläne vollkommen sind?

Dementsprechend sehnen wir uns nach ihm – und können dieses tiefe Glück nur bei ihm finden! (Das heißt natürlich nicht, dass Christen kein Leid erleben oder immer zufrieden sind – aber das wäre ein Thema für einen eigenen Artikel.)